In einem der zehn Gebote heißt es bei 2.Mose 20,7

7 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen! Denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.

Ich setze hier voraus, dass bekannt ist, was der Name Gottes ist und dass Gott im Alten Testament oft auch als adonai genannt wird, was oft mit Herr übersetzt wird. Der übersetzte Begriff Gott wird in der Schrift recht breit verwendet, nämlich auch für leblose Götzen.

Du kennst das Problem in manchen Kreisen vielleicht, auch mein evangelischer Pfarrer bei der Konfirmation war ebenso: Wenn Ausdrücke wie “Oh mein Gott!” oder “Jesus” fallen, um sein Erstaunen auszudrücken, dann wird man in solchen Kreisen schief angeschaut und mit obigem Bibelvers belehrt.

Dabei sind “Gott” und “Jesus” eben nicht die Namen Gottes und streng genomen gibt es deshalb keinen Konflikt, wenn Redewendungen wie “Oh mein Gott!” fallen.

Dummerweise funktioniert unsere Sprache im Alltag etwas anderes und wir verwenden “Gott” quasi als Eigennamen für Gott, weil es sowieso nur einen Gott gibt - also aus ganz pragmatischen Gründen. Allerdings ist das nicht der Sprachgebrauch der Schrift und so entsteht diese Diskrepanz.

Das heißt in der praktisch gelebten Sprache ist das Unwohlsein bei vielen Christen bei “Oh mein Gott!” sehr nachvollziehbar - auch wenn es sich biblisch anders verhält. In meinen Augen haben wir hier also einen Fall, wo die Unterschiede zwischen den Sprachen richtig relevant werden. Und Redewendungen wie “Oh mein Gott!” mögen dann zwar dem Wort nach streng genommen nicht anstößig sein, allerdings von der gelebten Bedeutung her irgendwie schon.